An den Haupteingängen des Botanischen Gartens wird man freundlich begrüßt und mit einem Plan und weiteren Informationen versorgt. Der Eintritt ist frei, lediglich der separate Orchideengarten kostet 5S$ Eintritt, die man unbedingt investieren sollte. Es lohnt sich!

Zurück zu meiner Unterkunft, bei der ich nach meiner morgendlichen Ankunft lediglich mein Gepäck abgestellt hatte, fahre ich mit der Singapurer U-Bahn. Die ist ein Musterbeispiel dafür, wie gut und effizient öffentlicher Personentransport funktionieren kann. Schnell und mit kurzen oder kürzesten Taktzeiten, blitzsauber, gut klimatisiert, bestens ausgeschildert und darüber hinaus noch sehr günstig, bringen einen die verschiedenen Linien in weite Teile der Stadt. In jeder Station gibt es hilfsbereites Personal, Toiletten, funktionierende Automaten zum Aufladen der sogg. Eazycard, einer Plastikkarte, die den ÖPNV extrem einfach benutzbar macht und detaillierte Stadtpläne der näheren Umgebung, mit Empfehlungen für den richtigen Ausgang zum gewünschten Ziel. Darf ich bitten?

Facebook-Eintrag vom 30.08.2018:

"In Singapur ist das mitführen der Durian-Frucht in öffentlichen Verkehrsmitteln streng verboten. Wer die Durian nicht kennt, auf Deutsch wird sie auch "Stinkfrucht" genannt und wahrscheinlich deshalb bei uns gar nicht erst angeboten. Hier wird sie sehr geschätzt, denn der Geschmack soll viel lieblicher als der Geruch sein. Das kennen wir vom Münsterkäse aus dem Elsaß."

So mag man es und so habe ich es ausschließlich erlebt, der Betrieb auf allen Linien läuft normal.

Nach einer erfrischenden Dusche machen ich noch einen Spaziergang entlang des Singapore-Rivers. Natürlich bringt mich die U-Bahn auch dorthin.

Einer der wichtigsten Männer im ewig heißen Singapur, der Eismann. Kein Speiseeis, aber Eiswürfel für kühle Drinks.

Ein neuer Tag, ein neuer Spaziergang. Während der Tempel noch im Schatten der umliegenden Bürohäuser schlummert, drehe ich bereits meine Runden. Von Morgenfrische allerdings keine Spur.

In Singapur wird an vielen Stellen gebaut und gebuddelt. Ganz asiatischer Höflichkeit verpflichtet, entschuldigt man sich vorsichtshalber für die Unbequemlichkeit der Passanten.

Was mir in Singapur besonders gefallen hat, sind die vielen großen Straßenbäume und überhaupt das viele Grün an den Straßenrändern. Dies wird, anders als bei uns, von Heerscharen von Gärtnern gepflegt, geschnitten und gewässert und daß sich zwischen den Sträuchern nicht ein Fitzelchen Müll, Zigarettenkippen oder Hundescheiße befindet versteht sich von selbst.

In Singapur wird man garantiert nicht verhungern oder verdursten. Jedes Stadtviertel hat mindestens ein "Street Food Center", welches äußerlich oft den Charme eines heruntergekommenen Parkhauses hat, dessen wahre Schätze aber im Inneren des offenen und gut durchlüfteten Gebäudes beherbergt. Mehrere Reihen an Garküchen, die ein breites Spektrum an kalten und warmen Speisen, Getränken und Knabbereien zu sehr günstigen Preisen anbieten, haben für jeden Besucher etwas zu beißen.

Ich schlendere zunächst herum, mache einige Fotos und trinke dann einen originalen indischen Milchtee, der vor meinen Augen von einem Gehilfen zubereitet wird. Der freundliche Chef des kleinen Getränkestands fragt mich, ob ich den Tee "normal", oder mit "less sugar" möchte. Ich frage zurück, wie er seinen Tee trinkt. Die Hände auf den üppigen Bauchansatz gelegt, lächelt er und sagt "normal". So bestelle ich das auch und die Süße paßt sehr gut zu den kräftigen Gewürzen wie Kardamom, Nelken und Zimt, in dem heißen Trank.

Das es in Singapur stets sauber zugeht, hatte ich, glaube ich, schon erwähnt. Da machen auch die Street Food Center keine Ausnahme. Mehrmals im Jahr ist jedes Center für einen Tag, oder ein Wochenende, geschlossen und dann wird kollektiv ordentlich geschrubbt. Alternativen sind stets in der Nähe. Im Center holt man sich sein Essen und seine Getränke selbst und setzt sich an einen der vielen bunten Tische. Wenn dort ein Päckchen Papiertaschentücher liegt, ist dieser Platz allerdings bereits von jemandem belegt, der gerade ansteht. Das passiert aber nur zu den Stoßzeiten, wenn die Zeit für ein Mittagessen in der Pause knapp ist. Ansonsten herrscht eine entspannte und entspannende Atmosphäre.

Was diese jungen Männer hier machen, habe ich nicht heraus bekommen. Während große bedruckte Papierstapel in der alten Öltonne verbrannt werden, erhalten die "Spender" eine Tüte voller Grundnahrungsmittel, die ebenfalls auf dem Tisch bereit liegen.

Zwischen den Häuserreihen gibt es schmale Versorgungswege, in denen die Mülltonnen in der Sonne gären und die Kälteaggregate ihre heiße Luft abgeben. Gas, welches für die vielen Garküchen und Restaurants unverzichtbar ist, wird durch offen liegende Leitungen zugeführt. So kann im Schadensfall schnell abgesperrt und repariert werden.

Ohne Klimaanlagen geht in Singapur gar nichts. Das ist dann die Kehrseite für die Bequemlichkeit.

In Singapur sind alle wichtigen Hinweise viersprachig, was auf die Zusammensatzung der Bevölkerung hinweist. Neben 77% Chinesen gibt es 14% Malaiien, 8% Inder, 1% Sonstige und immer mehr Touristen aus der ganzen Welt.

...und weiter geht's im dritten Teil !