An den Haupteingängen des Botanischen Gartens wird man freundlich begrüßt und mit einem Plan und weiteren Informationen versorgt. Der Eintritt ist frei, lediglich der separate Orchideengarten kostet 5S$ Eintritt, die man unbedingt investieren sollte. Es lohnt sich, sehen sie selbst!

Zurück zu meiner Unterkunft, bei der ich nach meiner morgendlichen Ankunft lediglich mein Gepäck abgestellt hatte, fahre ich mit der Singapurer U-Bahn. Die ist ein Musterbeispiel dafür, wie gut und effizient öffentlicher Personentransport funktionieren kann. Schnell und immer mit kurzen Taktzeiten, blitzsauber, gut klimatisiert, bestens ausgeschildert und darüber hinaus noch sehr günstig, bringen einen die verschiedenen Linien in weite Teile der Stadt. In jeder Station gibt es hilfsbereites Personal, saubere und kostenlose Toiletten, funktionierende Automaten zum Aufladen der sogg. Eazycard, einer Plastikkarte, die den ÖPNV extrem einfach benutzbar macht und detaillierte Stadtpläne der näheren Umgebung, mit Empfehlungen für den richtigen Ausgang zum gewünschten Ziel. Darf ich bitten?

Facebook-Eintrag vom 02.09.2018:

"Damit es in der U-Bahn in Singapur kein überflüssiges Gedrängel gibt, hat man auf dem Boden alle Positionen schön aufgemalt. Da sich nahezu jeder daran hält, gibt es auch wirklich kein Gerempel. Das Ein- und Aussteigen verläuft stets reibungslos, auch im dichtesten Gewühl. Überhaupt, die U-Bahn, ein Traum. Immer pünktlich, schnell, geräumig, blitzsauber, gut gekühlt und dazu noch sehr preiswert. Wenn ich da an Zuhause denke, kriege ich einen dicken Hals. Das einzige, was die Rheinbahn kann, ist jährlich teurer werden.

Facebook-Eintrag vom 06.09.2018: "Fällt Euch was auf?

Ja, das ist ein rotes Telefon, aber es ist nicht das rote Telefon zwischen Washington und Moskau, sondern das hängt hier in einer Singapurer U-Bahnstation.

Einfach so, unbeschädigt, unbeschmiert, die Schnur fein säuberlich drumrum gewickelt, bereit für den hoffentlich nicht eintretenden Ernstfall. So ist es hier überall. Nichts ist zerstört, zerkratzt, besudelt, alles ist sauber und gut ausgeschildert. Nirgends liegt Müll herum und wenn doch mal ein vorwitziges Papierchen, oder eine Zigarettenschachtel, den Weg neben den Papierkorb gefunden hat, dann gibt es hier Passanten, die das aufheben und ordentlich entsorgen! Wenn ich da so an unsere öffentlichen Räume denke... Fühlen wir uns eigentlich mittlerweile wohl in dem ganzen Dreck, der uns täglich umgibt? Nehmen wir das gar nicht mehr wahr? Ich frage mich, welchen Eindruck jemand bekommt, der aus Singapur z.B. nach Düsseldorf reist und in ein öffentliches Verkehrsmittel einsteigt. Der möchte doch schreiend zum Flieger zurück laufen."

Facebook-Eintrag vom 30.08.2018:

"In Singapur ist das mitführen der Durian-Frucht in öffentlichen Verkehrsmitteln streng verboten. Wer die Durian nicht kennt, auf Deutsch wird sie auch "Stinkfrucht" genannt und wahrscheinlich deshalb bei uns gar nicht erst angeboten. Hier wird sie sehr geschätzt, denn der Geschmack soll viel lieblicher als der Geruch sein. Das kennen wir vom Münsterkäse aus dem Elsaß."

So mag man es und so habe ich es ausschließlich erlebt, der Betrieb auf allen Linien läuft normal.

Nach einer erfrischenden Dusche machen ich noch einen Spaziergang entlang des Singapore-Rivers. Natürlich bringt mich die U-Bahn auch dorthin.

Der Singapore-River ist nur ein kleiner, kurzer Fluß von heute 3,2 km Länge, der jedoch von großer historischer Bedeutung für die Stadt ist. An seinem Ufer landete 1819 Sir Thomas Stamford Bingley Raffles und weil er sogleich die strategische Bedeutung der Lage erkannte, begannen noch im selben Jahr Baumaßnahmen zur Entwässerung der Sümpfe, die Befestigung der Ufer und die Errichtung der ersten Gebäude für einen britischen Handels- und Militärposten. So wuchs die Stadt um diesen ersten Hafen herum auf die heutige stattliche Größe.

Noch heute sind in diesem historischen Zentrum die Ufer des Singapore-River unterschiedlichen Aufgaben zugeschlagen. Während die eine Seite mit prächtigen kolonialen Bauten glänzt, die heute interessante Museen, Theater und Galerien beherbergen, findet man auf dem anderen Ufer eine lange Reihe alter Geschäfts- und Lagerhäuser, die nun eine beliebte Gastro- und Ausgehmeile beinhalten.

Über den Singapore-River tuckern zahlreiche Elektroboote, damit man das beeindruckende Panorama auch vom Wasser aus bewundern kann.

Einer der wichtigsten Männer im ewig heißen Singapur ist der Eismann. Kein Speiseeis, aber Eiswürfel für viele kühle Drinks.

Hier, wo Sir Stamford Raffles seinen Fuß erstmals an Land gesetzt haben soll, hat man dem Gründer Singapurs ein Denkmal gesetzt. Wenn er sehen könnte, was aus seiner Gründung geworden ist. Ich denke, es würde ihm gefallen.

Aus dem ehemaligen Hauptpostamt in Singapur wurde im Jahr 2001 ein edles 5-Sterne-Hotel im historischen Zentrum, direkt am Singapore-River gelegen.

Davor überquert die historische Cavenagh-Bridge den Fluß.

Die alten Geschäfts- und Lagerhäuser, die heute zahlreiche Restaurants und Bars beherbergen, werden wohl ihren angestammten Platz behalten. Da Baugrund in Singapur aber mit Gold aufgewogen wird, strecken sich bereits in der zweiten Reihe die oft gesichtslosen Wohn- und Bürohochhäuser in die Höhe.

Die "Mirror Balls" schmücken den Rasen vor dem Victoria-Theatre und dem Asian Civilisations Museum und bieten interessante Fotomotive und eine Klanginstallation.

In Asien müssen junge Menschen auf Fotos immer seltsame Verrenkungen, oder Luftsprünge machen. Glücklicherweise sind die einst so beliebten Selfiesticks fast komplett verschwunden.

Über die Esplanade-Bridge kann man gemütlich in Richtung des Veranstaltungskomplexes "Theatres on the Bay" schlendern und den schönen Blick auf die Marina Bay genießen. 

Vor allem in den Abendstunden, wenn die Hitze minimal nachläßt und ein leichter Wind vom Wasser her aufkommt, ist es sehr angenehm dort. Da man sich sehr nah am Äquator befindet, wird es recht früh und recht schnell dunkel. Zeit für ein paar Fotos in der sehr kurzen "Blauen Stunde".

Ein neuer Tag, ein neuer Spaziergang. Während der Tempel noch im Schatten der umliegenden Bürohäuser schlummert, drehe ich bereits meine Runden. Von Morgenfrische allerdings keine Spur.

In Singapur wird an vielen Stellen gebaut und gebuddelt. Ganz asiatischer Höflichkeit verpflichtet, entschuldigt man sich vorsichtshalber für die Unbequemlichkeit der Passanten.

Was mir in Singapur besonders gefallen hat, sind die vielen großen Straßenbäume und überhaupt das viele Grün an den Straßenrändern. Dies wird, anders als bei uns, von Heerscharen von Gärtnern gepflegt, geschnitten und gewässert und daß sich zwischen den Sträuchern nicht ein Fitzelchen Müll, Zigarettenkippen oder Hundescheiße befindet, versteht sich von selbst.

Ohne den Iceman geht hier nichts.

Als dieser Schrein von den ersten muslimischen Einwanderern aus Südindien um 1830 errichtet wurde, plätscherten dort, wo heute die Telok Ayer Street verläuft, noch die Meereswellen an einen geschäftigen Sandstrand. Heute beherbergt es das Indian Muslim Heritage Center.

Im Viertel Telok Ayer gelangten im 19. Jahrhundert viele chinesische Auswanderer nach einer oft langen und gefahrvollen Seereise wieder an Land. Oft führte ihr erster Weg in den der Meeresgöttin Mazu geweihten Thian Hock Keng Tempel ("Tempel der himmlischen Freude"), um für eine überstandene Reise zu danken und um für eine eine glückliche und erfolgreiche Zukunft in der neuen Heimat Singapur zu bitten.

In Singapur wird man garantiert nicht verhungern oder verdursten. Jedes Stadtviertel hat mindestens ein "Street Food Center", welches äußerlich oft den Charme eines heruntergekommenen Parkhauses hat, dessen wahre Schätze aber im Inneren des offenen und gut durchlüfteten Gebäudes beherbergt sind. Mehrere Reihen an Garküchen, die ein breites Spektrum an kalten und warmen Speisen, Getränken und Knabbereien zu sehr günstigen Preisen anbieten, haben für jeden Besucher etwas zu beißen.

Ich schlendere zunächst herum, mache einige Fotos und trinke dann einen originalen indischen Milchtee, der vor meinen Augen von einem Gehilfen zubereitet wird. Der freundliche Chef des kleinen Getränkestands fragt mich, ob ich den Tee "normal", oder mit "less sugar" möchte. Ich frage zurück, wie er seinen Tee trinkt. Die Hände auf den üppigen Bauchansatz gelegt, lächelt er und sagt "normal". So bestelle ich das auch und die Süße paßt sehr gut zu den kräftigen Gewürzen wie Kardamom, Nelken und Zimt, in dem heißen Getränk.

Daß es in Singapur stets sauber zugeht, hatte ich, glaube ich, schon erwähnt. Da machen auch die Street Food Center keine Ausnahme. Mehrmals im Jahr ist jedes Center für einen Tag, oder ein Wochenende, geschlossen und dann wird kollektiv ordentlich geschrubbt. Alternativen sind stets in der Nähe. Im Center holt man sich sein Essen und seine Getränke selbst und setzt sich an einen der vielen bunten Tische. Wenn dort ein Päckchen Papiertaschentücher liegt, ist dieser Platz allerdings bereits von jemandem belegt, der gerade ansteht. Das passiert aber nur zu den Stoßzeiten, wenn die Zeit für ein Essen in der Pause knapp ist. Ansonsten herrscht eine entspannte und entspannende Atmosphäre.

Schön, wenn der Fußweg von hohen Bäumen und derem üppigen Grün beschattet wird. Gerne nutzt man auch die schmalen Arkadengänge vor den alten Häusern, wobei aus jedem Ladenlokal und jeder Bar die eiskalte Luft der unzähligen Klimaanlagen auf die Straße drängt.

Was diese jungen Männer hier machen, habe ich nicht heraus bekommen. Während große bedruckte Papierstapel in der alten Öltonne verbrannt werden, erhalten die "Spender" eine Tüte voller Grundnahrungsmittel, die ebenfalls auf dem Tisch bereit liegen.

Zwischen den Häuserreihen gibt es schmale Versorgungswege, in denen die Mülltonnen in der Sonne gären und die Kälteaggregate ihre heiße Luft abgeben. Gas, welches für die vielen Garküchen und Restaurants unverzichtbar ist, wird durch offen liegende Leitungen zugeführt. So kann im Schadensfall schnell abgesperrt und repariert werden.

Ohne Klimaanlagen geht in Singapur gar nichts. Das ist dann die Kehrseite für die Bequemlichkeit.

In Singapur sind alle wichtigen Informationen viersprachig, was auf die Zusammensatzung der Bevölkerung hinweist. Neben 77% Chinesen gibt es 14% Malaiien, 8% Inder, 1% Sonstige und immer mehr Touristen aus der ganzen Welt.

Ein hübsches Wandbild zeigt den rasanten Wandel der Stadt vom einstigen Handelsposten zur modernen Metropole. Leider war das noch mehrere Meter nach rechts weiter laufende Bild von parkenden Lastwagen verdeckt.

Diese Figurengruppe in einem kleinen Park erinnert an die zahlreichen Feste und Paraden, die die chinesischen Einwanderer hier abgehalten haben und zum Teil immer noch abhalten.

Hier, im Viertel Telok Ayer, sind die Straßen und Gassen noch von einem ziemlich geschlossenen Ensemble von alten Wohn- und Geschäftshäusern gesäumt. Der daran angrenzende Central Business District, mit seinen imposanten Hochhaustürmen, bildet einen reizvollen Kontrast dazu.

...und weiter geht's im dritten Teil !